Gereon Krebber

opening
Fr. 08.05.2026  |   18-21h
Sa.09.05.2026  |   17-21h

Galerie Grölle Düsseldorf, Platanenstr. 11, 40233 Düsseldorf


Gereon Krebber - Quem mihi dabis
Ausstellung: 8.5.2026 – 4.7.2026
Eröffnung Freitag, 8. Mai 2026, ab 18:00 h

 

Galerie Grölle freut sich, die erste Einzelausstellung des Bildhauers Gereon Krebber in den Düsseldorfer Galerieräumen zu präsentieren. Der Künstler war seit 2015 bereits mehrfach in Gruppenausstellungen und solo 2023 in der Wuppertaler Galerie zu sehen. 

In seiner neuen Ausstellung Quem mihi dabis schiebt sich ein abgerundeter Keil schräg in den Galerieraum. Körperhoch, leicht gewölbt und geglättet, dominiert die silberfarbene Skulptur Tenet den Eingangsraum. Von vorn betrachtet, erinnert die Form an eine Flosse oder einen Flugzeugflügel. Von hinten betrachtet, überrascht die Skulptur: Im Kontrast zur schnittigen Vorderseite sind die Formen auf der Rückseite zerklüftet und beulig. Sie erinnern eher an ein abgeschnittenes Organ oder Wurzeln. 

Für Tenet hat Krebber zwei seiner Arbeiten neu zusammengefügt: Die gestreckte, vereinfachte Keilform von Jaw, 2003 und die rundliche Knubbelform von Numblie, 2025. Beides waren ursprünglich Skulpturen, die am Boden liegen. Zusammengefügt steht die eine neue Skulptur schräg aufrecht (‚Slanted’), fast wie ein Schutzschild. Die flächige Form von Jaw lagert auf den Wölbungen von Numblie; die beiden Skulpturen sind mit Bauschaum fließend ineinander gearbeitet. Ins feucht aufquellende Polyurethan wurde Folie gedrückt. Die dabei entstandene unregelmäßige Oberfläche wirkt faltig wie alternde Haut; ganz im Kontrast zur vorderen Schleifoberfläche. Gereon Krebber bringt mit seiner Skulptur Tenet gegenläufige Momente zusammen: Technische Glätte und organische Runzeln, klare Kontur versus Binnenzeichnung, aktuelle und ältere Formgebung, gestreckte versus kernplastische Formen.

Weiter präsentiert der Künstler Keramiken, die an zerstörte Gebäude oder kreisförmige Taschen erinnern. Regelmäßige Formen wie Scheiben oder Raster erhalten ein Moment an Überfülle, Störung oder Zusammenbruch. Überzogen mit farbigen Glasuren, werden die überquellenden oder verformten Strukturen entrückt. Sie wirken weniger wirklich, ob als Relief an der Wand (Kompartimento) oder als stehende Plastik (Bloco) auf dem Sockel. Ähnlich wie bei größeren Formate der Serie Derelikt sind die Assoziationen zu aktuellen Medienbildern aus Krisengebieten unvermeidlich.

Der lateinische Titel der Ausstellung ist einem Textauszug des antiken Philosophen Seneca entlehnt, der sich in Briefform über die Kürze des Lebens äußert. Auch wenn sich Krebber selbst als ‚Bildhauer des Zwiespalts’ sieht – den Bezug zur künstlerischen Arbeit möchte der Künstler bewusst offen halten. Seneca fragt „Quem mihi dabis“, „Wen kannst Du mir nennen, (...) der versteht, dass er täglich stirbt?“. Seneca dreht hier die konventionelle Lesart um: „Was immer an Lebenszeit vergangen ist, hält der Tod“ – eine originelle Sicht, selbst nach Jahrtausenden. 

Gereon Krebber (*1973 in Oberhausen, lebt und arbeitet in Köln) ist mit seinen großformatigen Skulpturen und Installationen bekannt geworden. Er hat am Royal College of Art London und der Kunstakademie Düsseldorf bei Prof. Tony Cragg und Prof. Hubert Kiecol studiert, wo er seit 2013 selbst lehrt. Einzelausstellungen u.a. im Museum DKM und Museum Folkwang 2016, im Josef-Albers-Museum Quadrat Bottrop 2025, bei der Galerie Christian Lethert, Köln; Galerie alexander levy, Berlin, Cindy Rucker Gallery, New York und Frank Schlag & Cie., Essen. Aktuell ist eine Präsentation bis zum 23. Mai 2026 in der Künstlerzeche Unser Fritz in Herne zu sehen.

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